Mietwagen in Japan - Tipps & Preise Auto fahren in Japan

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Aktualisiert: 02.09.2021

Inhaltsverzeichnis:

    Auto fahren ist normalerweise immer sehr praktisch, wenn auch nicht ganz billig. Trotzdem entwickelt sich in Japan immer mehr der Trend zum sogenannten “Drive” - einem Tagesausflug mit Mietwagen zu einem idyllischen Ort. 

    Aber wo kann man solche Autos mieten, welche Bedingungen muss man erfüllen und vor allem: lohnt es sich beim Reisen auf ein Auto in Japan zurückzugreifen? Ich habe alle Eckdaten für dich zusammengefasst und erkläre dir, wo und wann ein Mietwagen Sinn macht.

    Wann ist ein Mietwagen sinnvoll?

    Will man die ländlichen Gegenden Japans erkunden (z.B. Hokkaido, die Tohoku Region, Nagano, Takayama, etc.) lohnt es sich einen Wagen zu mieten. Züge fahren hier nur in großen zeitlichen Abständen und die letzte Verbindung ist meist am frühen Abend. Vor allem in Okinawa sollte man sich ein Auto mieten, um die Insel ausführlich erkunden zu können.

    Ist man in größeren Gruppen und mit Tieren unterwegs, hat viel Gepäck dabei oder plant abgelegene Fahrradtouren ist ein Mietwagen ebenfalls zu empfehlen. Je nach Bedarf stellen die Anbieter verschiedene Modelle zur Verfügung, die über bestimmte Zeiten ausgeliehen werden können.

    Wann lohnt es sich nicht?

    In Großstädten wie Tokio oder Osaka empfehle ich natürlich die Bahn zu nehmen - ein so ausgefeiltes Zugsystem wie in Japan findet man nicht oft und man spart viel Zeit. Gerade zur Rush Hour steht man mit einem Auto mehr im Stau als voranzukommen. Wenig Parkplätze, von denen die meisten kostenpflichtig und obendrein nicht günstig sind, erschweren die Fahrt zusätzlich. Die Orientierung ist ebenfalls schwierig. Straßenschilder sind zwar in der Regel zweisprachig, können aber oft für Verwirrung sorgen.

    Voraussetzungen für eine Anmietung

    Um in Japan ein Auto mieten zu dürfen muss man nachweislich über 18 Jahre alt sein, eine gültige Kreditkarte wie auch einen Führerschein besitzen. 

    Hier muss man aufpassen: der internationale Führerschein beispielsweise ist nicht für jeden gültig. Einwohner aus Österreich und der Schweiz können diesen Führerschein zwar nutzen, deutsche Staatsbürger müssen jedoch auf eine japanische Übersetzung des deutschen Führerscheins zurückgreifen.

    Der internationale Führerschein

    Der internationale Führerschein wird in der Regel im Heimatland ausgestellt und darf maximal ein Jahr in Japan genutzt werden. Derzeit sind nur in Österreich und der Schweiz ausgestellte Papiere zulässig, um in Japan ohne weiteren Nachweise Auto fahren zu dürfen.

    Der Führerschein mit japanischer Übersetzung

    Für Reisende aus Deutschland und verschiedenen anderen Ländern ist eine japanische Übersetzung des eigenen Führerscheins von Nöten. Diese kann entweder in Japan vor Ort angefordert werden, aber es empfiehlt sich die Übersetzung im Voraus zum Beispiel online anfertigen zu lassen.

    Das kann einerseits die japanische Botschaft übernehmen oder man wendet sich direkt an die JAF (Japan Automobile Federation), gleichzusetzen mit dem deutschen ADAC.

    Online-Anbieter für Führerscheinübersetzungen

    Ein vertrauenswürdiger Anbieter, der Führerscheine für Reisende bereits vor ihrer Ankunft in Japan online übersetzen kann ist Japan Experience. Hier kostet die Übersetzung 65 Euro und es dauert ca. vier Wochen bis zur Ausstellung.

    Führerscheinübersetzung in Japan

    Die beste Wahl in Japan ist die JAF. Eine Übersetzung kann entweder per Post im Voraus angefordert werden oder man beantragt diese persönlich und vor Ort in den lokalen Büros der Organisation. Die Kosten belaufen sich auf 3,000 Yen / ca. 26 Euro und die Ausstellung kann direkt am selben Tag erfolgen, leider aber auch bis zu zwei Wochen dauern.

    Wie miete ich ein Auto? - Ablauf

    Der Prozess ein Auto zu mieten unterscheidet sich in Japan kaum zum Rest der Welt. Man kann bei der Dienststelle anrufen, online oder auch direkt vor Ort buchen und einen Termin vereinbaren. 

    Am Tag des großen Ausflugs holt man es beim Anbieter ab und zahlt die Grundgebühr per Kreditkarte. Der Wagen wird kurz auf Schäden kontrolliert und dann kann die Reise auch schon losgehen.

    Bei Abgabe des Wagens muss dieser vollgetankt sein. Es gibt Anbieter, die bestimmte Tankstellen in der Umgebung vorgeben und auch die Tankrechnung verlangen, daher empfiehlt es sich alle Belege aufzuheben. Es ist in manchen Fällen auch möglich das Auto abzugeben ohne vorher vollzutanken. Dies sollte man am Besten noch vor der Abfahrt mit dem Anbieter klären und sichergehen, dass dies in Ordnung ist.

    Mietdauer

    Ein Auto kann für 6, 12 oder 24-Stunden-Abschnitte gebucht werden. Die Uhrzeit des Zurückbringens sollte so gut es geht eingehalten werden. Kommt es jedoch zu Komplikationen oder man steckt im Stau fest, kann man den Anbieter telefonisch vorwarnen und eine neue Uhrzeit aushandeln. Da jedoch nur wenige Dienststellen englischsprachiges Personal haben, wäre es in dem Fall gut, jemanden mit guten Japanisch-Kenntnissen dabei zu haben.

    Navigationssystem

    Die meisten Autos haben ein japanisches Navigationssystem im Wagen vorinstalliert. Bei Verständnisproblemen schlage ich vor den Mietwagenanbieter zu fragen, ob das System auch in Englisch verfügbar ist. 

    Ein kleiner Tipp: Aus Sicherheitsgründen kann man den Navi nur beim Parken einstellen. Daher achte darauf die Adresse vor der Fahrt richtig einzugeben.

    Bei der Anmietung

    Bei der Anmietung durchläuft man in Japan meist eine kleine Prozedur, bevor es losgehen kann. Zunächst müssen alle gültigen Dokumente vorgelegt werden und man hat die Wahl eine Fahrzeugversicherung für die Dauer der Reise abzuschließen. Nach Zahlung mit Kreditkarte (Achtung: Nicht jede ausländische Kreditkarte wird angenommen!) wird das Auto auf Schäden kontrolliert. Wenn du hier auf Nummer Sicher gehen willst, empfehle ich ein kleines Video vom Mietwagen aufzunehmen.

    Danach werden dir die Fahrzeugpapiere überreicht und du kannst dich mit den Fahrzeugfunktionen vertraut machen. Sollte etwas unklar sein, stehen die Mitarbeiter des Anbieters natürlich jederzeit zur Verfügung.

    Notiere dir auch unbedingt die Notfallnummern und frage direkt zu Beginn, ob englischsprachige Mitarbeiter verfügbar sind. Die Art des benötigten Treibstoffs wird einem eigentlich immer mitgeteilt, aber auch hier kannst du einfach nachfragen, wenn etwas unklar sein sollte. 

    Mit welchen Kosten ist zu rechnen?

    Die Führerscheinübersetzung, falls nötig, kostet etwas Geld und die Mietgebühren und eventuelle Zusatzversicherungen werden am Tag der Autoabholung bezahlt. Auf der Fahrt selbst fallen dann Kosten wie Benzin, Maut, Parkplätze und, je nach Reiseziel, Autofähren an.

    Preise für Mietwagen

    Es ist abhängig vom Mietwagen, wieviel die Buchung am Ende kosten wird. Hier spielen nicht nur die Saison und das Fahrzeugmodell eine Rolle, auch die Mietdauer ist ausschlaggebend. Realistisch ist es mit gut 5,000 Yen / 41 Euro für 24 Stunden Mietdauer zu rechnen.

    Im Preis inkludiert sind die grundlegenden Versicherungen, Steuern und eine unlimitierte Kilometeranzahl.

    Die Registrierung eines zweiten Fahrers oder eine Anmietung für eine Einweg-Strecke werden in der Regel extra berechnet.

    Mautgebühren

    In Japan zahlt man auf Autobahnen Mautgebühren, die relativ teuer ausfallen können. Man kann die Maut mit Bargeld vor Ort begleichen oder nutzt das sogenannte ETC-System (Electronic Toll Collection system). Hierzu muss man sich vorher registrieren, wozu eine japanische Adresse nötig ist. Daher ist dieses System für Touristen nicht empfehlenswert. Hat man jedoch Bekannte, die eine ETC Card besitzen, kann man sich diese auch ausleihen und nutzen.

    Die Mautkosten belaufen sich auf ca. 3,000 Yen per 100 Kilometer.

    Autofähren

    An vielen Orten mit Seen oder Gebieten am Meer werden in Japan Fähren zur Überfahrt genutzt und für kurze Strecken sind diese sehr zu empfehlen.

    Bei längeren Distanzen, wie dem Wechseln zwischen Hauptinseln, schießen die Preise jedoch so in die Höhe, dass es sinnvoller ist, das Auto abzugeben und auf der anderen Seite ein neues zu mieten.

    Tankstellen

    Tankstellen findet man in Japan fast überall (Achtung in ländlichen Gegenden: hier muss man manchmal etwas suchen) und auch von verschiedenen Anbietern. Man kann zwischen Self-Service oder Bedienung wählen. Ersterer ist etwas günstiger, die Anleitungen hierzu sind jedoch alle auf Japanisch.

    Wie auch andernorts gibt es keinen Festpreis für Benzin, man kann aber pro Liter mit ca. 150 Yen / 1,25 Euro rechnen.

    Parken

    Parkplätze können zwischen 200 und 2,000 Yen pro Stunde kosten. Je näher man sich an einer Großstadt befindet, desto teurer gestalten sich Parkgelegenheiten und werden zum Teil sogar alle 30 Minuten abgerechnet. Auch in der Nähe beliebter Touristenattraktionen ist Parken nur bedingt vorteilhaft und gestaltet sich als teures Erlebnis.

    Dagegen sind öffentliche Parkplätze in Dörfern, teilweise auch in Malls oder Hotels außerhalb der Städte meist gratis.

    Fahrverhalten

    In Japan herrscht überall Linksverkehr. Autos dürfen am Straßenrand parken (Ausnahme ist natürlich die Autobahn) und es kommt nicht selten vor, dass Fahrer diese Gelegenheit für einen kurzen Mittagsschlaf nutzen.

    Im Winter lohnt es sich besonders vorsichtig zu fahren, da schlechte Straßenverhältnisse zuweilen für einige Schwierigkeiten sorgen können. Auch in den Bergen ist Vorsicht geboten: durch den starken Fall und die geschwungenen Straßen kann es schnell passieren, sich die Bremsen zu verglühen.

    Die Geschwindigkeitsbegrenzung sollte außerdem eingehalten werden, denn sie wird hier und da mit Blitzern überwacht. In ländlichen Gebieten sind bis zu 50 km/h üblich und auf den meisten Autobahnen 80 km/h.

    Mietwagenanbieter

    Toyota Rentacar

    Nippon Rentacar

    Orix Rentacar

    Times Car Rental (ehemals Mazda Rentacar)

    Nissan Rentacar

    Ekiren

    Internationale Anbieter (Budget, Avis, Hertz) kooperieren im Normalfall mit diesen Anbietern und bieten deshalb keine günstigeren Preise an.

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