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Tsukemono eingelegtes Gemüse

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Aktualisiert: 2019-09-12 07:10:48

Tsukemono – Japanisches eingelegtes Gemüse

Knackig-lecker und mit einem erfrischenden süß-sauren Geschmack: Das ist japanisches eingelegtes Gemüse, „Tsukemono“ genannt. Tsukemomo sind nicht nur saure Gurken, sondern können auf Basis von verschiedensten Gemüsesorten hergestellt werden. Obwohl Tsukemono nur einen kleinen Bestandteil einer typischen Mahlzeit darstellen, sind sie eine ausgesprochen wichtige Komponente in der japanischen Küche. In Japan besteht ein Gericht stets aus den unterschiedlichsten Speisen: Reis, Fisch oder Fleisch, Gemüse und eben auch Tsukemono. 

Tsukemono passen ausgezeichnet zu Reis oder Fleischgerichten. Sie werden aber auch gerne als Beilage zu Sushi oder als Garnitur für Gerichte wie japanisches Curry (Kare) serviert. Als Snack zu Sake oder Bier passen sie ebenfalls hervorragend. Tsukemono erfrischen und reinigen den Gaumen und stellen außerdem einen angenehmen Ausgleich zu reichhaltigen, schweren Speisen dar. 

Tsukemono – der Gesundheitsaspekt

Außerdem sind Tsukemono ausgesprochen gesund: Sie haben viele Nährstoffe und sind geballt voll von Vitaminen, Antioxidantien und Probiotika, die sich positiv auf die Darmgesundheit auswirken. Tsukemono   sind makrobiotisch und regulieren außerdem den Säureüberschuss im Magen. 

Traditionelles Tsukemono
Traditionelles Tsukemono

Tsukemono – unzählige Arten und Varianten

Tsukemono gibt es in den verschiedensten Formen und Varianten. Sie bestehen aus unterschiedlichen Gemüsesorten und werden auch in verschiedensten Flüssigkeits-Kombinationen eingelegt. Zusätzlich liefern verschiedene Zugaben zur Einleg-Flüssigkeit Extra-Geschmack. So findest du zum Beispiel Tsukemono mit Reisessig, Salz, Sojasauce, Reiskleie oder Miso. Außerdem hat jede japanische Region und auch jede Familie ihre eigene Tsukemono-Spezialität oder ihr eigenes Geheimrezept! In japanischen Supermärkten findest du aber dennoch eine breite Auswahl an Standard-Tsukemono. Es gibt bestimmt zwischen 20-50 unterschiedliche Variationen!

Hier sind die „Klassiker“ unter den Tsukemono:

  • Amazuzuke (Reisessig und Zucker)
  • Asazuke (Salzlake)
  • Karashizuke (Senf)
  • Kasuzuke (Sake-Hefe)
  • Kōjizuke (Kōji-Pilz (Hefe))
  • Misozuke (Miso)
  • Nukazuke (Reiskleie (Nuka))
  • Satōzuke (Zucker)
  • Shiozuke (Salz)
  • Shiroppuzuke (Sirup)
  • Shōyuzuke (Sojasauce)
  • Suzuke (Essig (Reisessig))
  • Wasabizuke (Wasabi)

Die Stars unter den Tsukemono

Im Folgenden findest du einige der beliebtesten und am häufigsten servierten Tsukemonos. Sie sind alle ausgesprochen lecker – probiere dich durch! 

Umeboshi

Dabei handelt es sich um eingelegte japanische Pflaumen. Diese haben einen sehr speziellen Geschmack und sind gleichzeitig süß, sauer und salzig. Auf Umeboshi werde ich aber noch in einem eigenen Beitrag näher eingehen. 

Umeboshi Saure fermentierte Pflaume
Umeboshi Saure fermentierte Pflaume

Umeboschi ist eine fermentierte Pflaume, die dir in der japanischen Küche häufig begegnet. Wir verraten dir, wie sie schmeckt.

Takuan

Dieser hellgelbe Winterrettich wird getrocknet und dann in Reiskleie eingelegt. Traditionell kommt die strahlend gelbe Farbe von der getrockneten Gardenia-Frucht, die sich in der Einlegflüssigkeit befindet. Heutzutage sind aber leider die meisten Supermarkt-Takuan künstlich eingefärbt. Takuan wird über mehrere Monate in Reiskleie mariniert. Mit Takuan kann übrigens ausgezeichnetes veganes Sushi hergestellt werden! 

Takuan eingelegter Rettich
Takuan eingelegter Rettich

Der eingelegte, intensiv gelbe Winterrettich ist eine beliebte Beilage zu japanischen Reisgerichten. Er passt aber auch ausgezeichnet zu Sushi!

Beni shōga

Dieser eingelegte junge Ingwer ist durch seine rubinrote Farbe leicht zu erkennen. Du findest ihn in Streifen geschnitten unter anderem auf dem Rindfleisch-Gericht Gyudon und auf Nudeln wie Yakisoba . Er ist knackig frisch und passt hervorragend zu Fleischgerichten sowie fettigen Speisen. Außerdem kann Beni shōga auch als Tempura frittiert werden.

Yakisoba japanische gebratene Nudeln
Yakisoba japanische gebratene Nudeln

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Sushi-Ingwer(Gari)

Auch hierbei handelt es sich um jungen Ingwer, allerdings ist dieser in dünne Scheiben geschnitten. Er passt hervorragend zu Sushi, da sein süß-scharfes Aroma sich perfekt eignet, um den fischigen Nachgeschmack loszuwerden. 

Rakkyo

Dies sind chinesische Zwiebeln, die in Salz, Sojasauce oder süßen Essig eingelegt werden. Optisch erinnert Rakkyo eher an eine Knoblauchzehe, geschmacklich aber an Schalotten. Rakkyo passt perfekt zu japanischem Curry. Hier haben wir ein Rezept für dich: Kare Raisu .

Kare Raisu japanischer Curry
Kare Raisu japanischer Curry

Leckeres japanisches Rezept Kare Raisu japanischer Curry zum nachkochen ✪ Kalorien: 127 - Kochzeit: 45 | Karē Raisu/ Kare Raisu (jap. カレーライス von engl. curry rice) wurde im 19. Jahrhundert von ...

Hakusaizuke

Dabei handelt es sich quasi um die japanische Variante von Kimchi: Eingelegten Chinakohl. Ich liebe den Geschmack von Hakusaizuke! Wenn ich in Japan bin, kaufe ich das immer. Es passt einfach zu allem! Hakusaizuke ist leicht säuerlich und riecht nach Zitrone. (Ganz original wird zur Zubereitung übrigens die Yuzu-Zitrone verwendet)!

Wie erwähnt gibt es aber noch viele weitere Arten von Tsukemono. Beliebt sind zum Beispiel auch Gurken, Auberginen, verschiedene Ingwerarten, Kohl, Rettich, Pflaumen und Zwiebeln.

Tsukemono selbst machen

Wie ich oben schon erwähnt habe, gibt es verschiedene Tsukemono-Variationen. Manche davon lassen sich innerhalb weniger Tage zubereiten, andere brauchen einige Monate, bis du sie verzehren kannst. Es gibt übrigens auch eine „Express-Variante“ von Tsukemono. Diese wird Asazuke genannt. Dabei wird frisches, knackiges Gemüse verwendet, das entweder nur eine halbe Stunde oder auch über Nacht eingelegt wird. „Richtiges“ Tsukemono lässt sich mit der richtigen Ausstattung aber auch ganz einfach selber herstellen. Dies funktioniert nach folgendem Prinzip: Das Gemüse wird gerieben und in die entsprechende Flüssigkeit eingelegt. Dann muss es mit einem Gewicht beschwert werden und einige Tage ruhen. Du kannst mit zwei ineinander gestellten Schüsseln improvisieren und das Gemüse so beschweren – oder dir einen eigenen Tsukemono-Topf zulegen. Diese sind gar nicht teuer und eignen sich perfekt, wenn du öfter mit Rezepten experimentieren möchtest. Im Folgenden stellen wir dir drei verschiedene Tsukemono-Töpfe vor.

Der Klassiker

Bei Amazon bekommst du zum Beispiel einen Tsukemono-Topf um rund 25 Euro. Wir hatten auch so etwas zu Hause. Du musst einfach nur das Gemüse hineingeben, Flüssigkeit, Gewürze oder Salz hinzufügen und zuschrauben. In ein paar Tagen ist dein hausgemachtes Tsukemono fertig! 

3 Liter Round Tsukemono Pickle Press
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Die kleinere Variante

Eine Alternative ist dieser rechteckige Topf, der nach dem gleichen Konzept funktioniert und unter 30 Euro kostet. Er ist etwas kleiner und handlicher!

Japanese Plastic Tsukemono Pickle Press Maker
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Einlegen mit Stil

Tsukemono kannst du auch mit einem Keramiktopf machen. Dieser ist zwar deutlich schwerer und weniger einfach zu handhaben, sieht dafür aber ausgesprochen gut aus. Bei Amazon kannst du einen Tsukemono-Topf aus Keramik um rund 35 Euro bestellen. 

Original K&K Gärtopf 5,0 Liter
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Tsukemono: Ein überraschender Nebeneffekt 

Tsukemono schmecken nicht nur wirklich lecker und sind ausgesprochen gesund, sie haben noch einen weiteren positiven Nebeneffekt: Manche Variationen sind antibakteriell! Dazu gehört zum Beispiel die Umeboshi. Die wird gerne in Bentos (japanische Lunchbox) gegeben. Dort hält sie das Essen auch ohne Kühlschrank wunderbar frisch und gibt dem Reis außerdem einen leckeren Geschmack. 

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Miau, habe ich deine Aufmerksamkeit geweckt? Ich habe Hunger, aber Ryu und Matthias füttern mich nicht. Bitte gib du mir leckere Onigiri, wenn dir dieser Beitrag gefallen hat. ~Akina

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