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Japanisches Obst Luxusprodukt und super lecker

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Aktualisiert: 2019-08-03 15:00:19

Obst ist nichts besonderes, meint ihr? Dann habt ihr garantiert noch nie etwas mit japanischen Früchten zu tun gehabt! Einerseits gibt es in Japan jede Menge exotische Früchte, die ihr vermutlich noch nie gesehen habt. Aber auch das Obst, das es in Deutschland ebenso wie in Japan gibt, sieht in Japan anders aus – und schmeckt auch nicht gleich. Japanische Früchte werden nämlich als „Luxusartikel“ betrachtet und nicht als ganz normale Lebensmittel. Deshalb sind sie einerseits sehr viel teurer als Obst in Deutschland (ein stolzer Preis von 500 Euro für eine Mango ist durchaus nicht selten). Andererseits wird aber auch sehr viel mehr Wert darauf gelegt, dass die japanischen Früchte wirklich perfekt schmecken: Unglaublich süß und geschmacksintensiv müssen sie sein, und am besten auch aussehen wie aus dem Bilderbuch! Dazu kommt, dass japanisches Obst oft sehr groß wird: Es gibt zum Beispiel Trauben, die die Größe von Pflaumen erreichen! Hier haben wir einen ausführlichen Artikel zu den verrückten Obstpreisen in Japan für euch. 

Warum japanische Früchte so teuer sind 2 Melonen für 1.5 Millionen Yen!
Warum japanische Früchte so teuer sind 2 Melonen für 1.5 Millionen Yen!

Luxusfrüchte: Obst in Japan kann unglaublich teuer sein. Warum das so ist und wo die Unterschiede zu deutschem Obst liegen, erfährst du hier!

Welches Obst gibt es in Japan?

In größeren Städten gibt es natürlich fast jedes Obst kaufen, auch wenn viele Sorten nicht in Japan wachsen, sondern importiert sind. In Japan selbst gedeihen viele Zitrusfrüchte, die man bei uns in Europa nicht kennt. Es gibt zum Beispiel eine eigene Variation der japanischen Mandarine. Aber auch spezielle Apfel- und Birnensorten sind typisch japanisch. Dazu gibt es Pflaumen, die nur eingelegt gegessen werden, und Obst, das in erster Linie als Würzmittel dient. Hier haben wir eine Liste der gängigsten Obstsorten Japans für euch. 

Mikan

Diese leckere kleine Zitrusfrucht erinnert stark an eine Manderine oder Tangerine. Ursprünglich stammt sie zwar eigentlich aus China, aber seit mehreren hundert Jahren ist sie ausgesprochen beliebt in Japan. Bis 2013 war die Mikan tatsächlich das am meisten konsumierte Obst in Japan. Mittlerweile sind es aber Banane und Apfel, die der Mikan ihren Rang abgelaufen haben. Die Mikan ist sehr leicht zu schälen, und ihr Fruchtfleisch schmeckt süß und zart. Da Mikans von Oktober bis Jänner geerntet werden, verbinden die meisten Japaner das Obst mit den kalten Wintermonaten. Es gibt die Mikan aber auch im Sommer zu kaufen. Dann wird sie gerne zu verschiedensten Versionen von Eisdesserts verarbeitet. Oft wird die Frucht einfach nur gefroren gegessen, oder Eis aus dem Saft der Mikan hergestellt. Viele Japaner haben übrigens einen Mikan-Baum im eigenen Garten.

Nashi-Birnen

Birnen, die wie Äpfel aussehen? Das gibt’s! Nashi-Birnen sind groß, rund und knackig – und es handelt sich dabei um ein traditionell japanisches Obst. Obwohl die Nashi-Birne ruhig mitsamt ihrer Schale gegessen werden kann, wird sie meist geschält und in Spalten geschnitten serviert. Nur in den seltensten Fällen wird die Nashi-Birne im Ganzen und Bissen für Bissen verspeist (so, wie wir einen Apfel essen würden). Sehr gerne wird aus der beliebten Birne auch ein Gelee-Dessert hergestellt. Dieses Gelee wird häufig verschenkt. Es gibt übrigens auch verschiedene Unterarten der Nashi-Birne. Sehr beliebt sind auch Backwaren mit Nashi-Birnen, zum Beispiel Birnen-Tartlettes, die du meist in eleganten Bäckereien findest. 

Yuzu

Yuzu
Yuzu

Sie sieht zwar aus wie eine schrumpelige Zitrone, schmeckt aber deutlich anders! Die Yuzu hat nämlich ein ganz eigenes Aroma, das süßlich, aber auch sauer und zusätzlich leicht bitter schmeckt. Sie hat ein helles Fruchtfleisch mit vielen Kernen. Üblicherweise wird sie nicht roh gegessen, sondern als Aromazutat in Speisen und Desserts verwendet. Sehr beliebt ist zum Beispiel Ponzu, eine Sauce, die auf Basis der Yuzu hergestellt wird. Sie schmeckt perfekt zu Grillfisch oder -Fleisch, Eintöpfen und Sashimi. Es gibt aber auch Yuzu-Gewürz, das aus der getrockneten, pulverisierten Schale der Yuzu hergestellt wird und sowohl zu manchen Desserts als auch zu Tofu, Ramen und Tempura passt. Die komplexere Version davon ist das Gewürz Yuzukosho, das zusätzlich auch mit Chilis und Salz ergänzt wird. Aber auch der Saft der Yuzu wird sehr gerne getrunken – am liebsten im Winter mit heißem Wasser. Es gibt natürlich auch verschiedenste Süßigkeiten mit Yuzu-Geschmack: Von Lutschbonbons bis zu Chips! Schlussendlich spielt die japanische Wunderfrucht auch in der Kosmetik eine Rolle: Von Raumdüften über Badesalze bis zu Lippenbalsam werden die unterschiedlichsten Körperpflegeprodukte auf Basis der Yuzu (oder zumindest mit Yuzu-Aroma) hergestellt. Neugierig geworden? Hier haben wir einen eigenen Artikel zur Yuzu-Frucht:

Yuzu Zitrusfrucht aus Asien
Yuzu Zitrusfrucht aus Asien

Yuzu stammt ursprünglich aus China. Mittlerweile kommt die Frucht häufig in Japan und Korea zum Einsatz. Wir verraten dir, wie sie schmeckt.

Kaki (japanische Persimone)

Das ist eine der beliebtesten Herbstfrüchte in Japan! Unterschieden wird in Japan zwischen zwei Kaki-Sorten: Jenen mit vielen Tanninen (hachiya-gaki) und jene mit nur wenigen Tanninen (fuyuu-gaki). Die Version mit den wenigen Tanninen wird in einem recht harten Zustand verspeist – so hart, dass sie geschält und wie ein Apfel in Spalten geschnitten wird. Die Hachiya-gaki hingegen werden nur sehr reif und weich gegessen. Dann können sie entweder aus der Schale gelöffelt oder auch als Topping für Müslis oder Porridges verwendet werden. Manchmal werden sie auch in Kuchen und Desserts verarbeitet.

Ume

Ume Pflaume
Ume Pflaume

Diese Pflaumenart (bei der es sich eigentlich um eine Aprikosenart handelt) darf nicht roh verzehrt werden – dann ist sie nämlich giftig. Deshalb wird sie entweder in Salz eingelegt (Umeboshi) oder zu Marmeladen verarbeitet. Die eingelegte, fermentierte Umeboshi ist ungaublich gesund und begegnet euch in der japanischen Küche häufig. Sie ist sehr sauer und salzig und passt deshalb ganz ausgezeichenet zu weißem Reis. Seit kurzem gibt es übrigens auch in Honig eingelegte Umes, die im Gegensatz recht süß sind. Umes werden übrigens auch zu Umeshu verarbeitet – also zu Pflaumenwein. Diesen könnt ihr sogar ganz einfach zu Hause nachmachen!

Umeboshi Saure fermentierte Pflaume
Umeboshi Saure fermentierte Pflaume

Umeboschi ist eine fermentierte Pflaume, die dir in der japanischen Küche häufig begegnet. Wir verraten dir, wie sie schmeckt.

Kyoho

Weintrauben in der Größe von deutschen Pflaumen: Das sind Kyoho. Sie haben eine dunkelblaue bis dunkellila Farbe und schmecken traubig-süß. Kyoho werden vor dem Essen oft geschält, denn die Schale ist – ebenso wie die Kerne – leicht bitter. Kyoho-Trauben sind in den Monaten August und September reif, aber selbst dann handelt es sich dabei um ein Luxusobst, das nicht gerade günstig ist. Viele Kyoho-Bauern bieten das Traubenpflücken übrigens als Attraktion an.

Kabosu

Diese saure Zitrusfrucht wird häufig mit einer Limette verwechselt – dabei ist sie eher mit der Yuzu verwandt! Der Saft der Kabosu wird gerne mit Ingwer und Honig zu einem leckeren Erfrischungsgetränk verarbeitet. Sie wird aber auch bei Rezepten verwendet, um Essig zu ersetzen. Sehr beliebt ist die Kabosu auch bei Fischgerichten, weil ihre Säure den fischigen Geschmack lindert.

Kinkan

Klein, rund und lecker: Die Kinkan (oder Kumquat) wird mitsamt ihrer Schale verspeist. Ihre Reifezeit ist im Winter. Die Kinkans haben jede Menge wichtige Vitamine und gelten als Hausmittel zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungen. Kinkans schmecken recht sauer und erfrischend, sind aber auch sehr saftig. Sie werden als Trockenobst verzehrt, zu Marmelade verarbeitet und als Zutat für Kekse verwendet.

Sudachi

Auch diese kleine Zitrusfrucht weist eine gewisse Ähnlichkeit mit einer schrumpeligen Limette auf. Sie ist ausgesprochen sauer – so sauer, dass sie nicht als Obst gegessen wird. Stattdessen wird ihr Saft als Geschmackszutat verwendet. Mit der Sudachi können Limette oder Zitrone ersetzt werden. Fast alle Sudachis, die in Japan konsumiert werden, kommen aus der Provinz Tokushima – dort ist das grüne Obst der Star in verschiedensten Lebensmitteln und Getränken, von Eiscreme über Alkopops bis zu Soft Drinks. Gerne wird die Sudachi auch als Dekoration für traditionelle japanische Gerichte wie Soba, Udon und Nabe eingesetzt.

Fuji-Apfel

Dieser Apfel wird auf der ganzen Welt verspeist, stammt ursprünglich aus Japan und ist tatsächlich das Resultat der Kreuzung von verschiedenen amerikanischen Äpfeln. Dennoch ist der Fuji-Apfel die bei weitem beliebteste Apfelsorte Japans. Fuji-Äpfel können sehr groß werden, und sie schmecken extrem süß und lecker. Sie werden gerne direkt gegessen, aber auch zu Desserts verarbeitet. Kandierte Fuji-Äpfel sind eine sehr beliebte Leckerei auf Jahrmärkten und bei Festen. Die Äpfel sind lange haltbar: Im gekühlten Zustand können sie ohne Probleme ein ganzes Jahr lang aufbewahrt werden. Deshalb könnt ihr sie in Japan auch ganzjährig kaufen.

Japanische Pfirsiche

Pfirsiche (oder „Momo“, wie sie auf japanisch heißen) werden in Japan unglaublich groß, sehr saftig und geschmacksintensiv. Über viele Jahrzehnte wurden die japanischen Pfirsiche stetig weitergezüchtet, bis sie schließlich die ausgezeichnete Qualität erreichten, die sie heute haben. Mittlerweile wird oft sogar der Zuckergehalt gemessen, bevor die Früchte aufgeschnitten werden. Die Pfirsichsaison in Japan ist zwischen Juli und September. Die Pfirsiche haben eine recht dicke Haut und werden deshalb üblicherweise geschält und aufgeschnitten serviert. Sie werden aber auch für Kuchen oder Desserts verwendet, zu Säften, Limonaden und sogar als Füllung für süße Teigtaschen verarbeitet.

Satonishiki-Kirschen

Japan ist bekannt für die Kirschblüte – doch die meisten Kirschbäume tragen keine Früchte. Deshalb ist die hellrote Satonishiki-Kirsche, die im Frühsommer reif wird, die einzige japanische Kirschsorte. 70 % der Kirschproduktion stammt ausschließlich aus der Yamagata-Präfektur! Satonishiki-Kirschen gelten allerdings als Luxusobst und können unglaublich teuer sein. Sie schmecken extrem süß und zeichnen sich durch eine knallrote Haut und weißes Fruchtfleisch aus. 

Shikwasa

Angeblich ist das eines der vielen Geheimnisse, die für die hohe Lebenserwartung der Einwohner von Okinawa verantwortlich ist. Die Shikuwasa-Zitrusfrucht enthält sehr viel Vitamin C und hilft möglicherweise bei der Vorbeugung von Krebs, Diabetis und Leberschäden. Studien zufolge kann sie eventuell sogar zur Behandlung von Alzheimer eingesetzt werden! Diese Frucht ist im unreifen Zustand sehr sauer und grün, wird aber gelb und leicht süßlich, wenn sie ganz reif ist. Sie wird in erster Linie zu Säften und Marmeladen verarbeitet. Shikuwasa wird wie eine Zitrone verwendet, auf gegrillten Fisch geträufelt, oder kommt in Säften und Desserts zum Einsatz.

Japanische Honigmelone

Luxus in Obstform: Das ist die japanische Honigmelone. Angeblich handelt es sich bei den japanischen Melonen zwar um die besten der Welt, aber dennoch ist ein Preis von umgerechnet 220 Euro für ein Stück Obst ein ziemlich stolzer Preis, oder? Nicht in Japan! Die Melonen hier sind bestimmt die teuersten der Welt. Sie sind perfekt rund geformt, werden von den Bauern von Hand massiert, um maximale Süße zu erreichen, und Dellen oder Makel findet ihr an den japanischen Melonen garantiert ebenfalls keine. 

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Miau, habe ich deine Aufmerksamkeit geweckt? Ich habe Hunger, aber Ryu und Matthias füttern mich nicht. Bitte gib du mir leckere Onigiri, wenn dir dieser Beitrag gefallen hat. ~Akina

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